03. Mai 2009

Kuben, Tunnel, Plätze... Baukultur vor Ort
 Stadtraumforscher, Fotos: A.Schlamann  Stadtraumforscher, Fotos: A.Schlamann  Stadtraumforscher, Fotos: A.Schlamann
Am Kölner Kultursonntag fand in Zusammenarbeit mit der Bundesstiftung Baukultur ein vierstündiger Workshop für Kinder und Jugendliche statt. 16 neugierige Stadtraumforscher im Alter von 6-13 Jahren machten sich auf Endeckungstour, den Stadtraum und dessen Architektur von innen und außen, von oben und unten zu erkunden.

Ziel des Workshops war es, die Kinder als Sinnesexpert/innen ernst zu nehmen und ihre Wahrnehmung der baulichen Umwelt für andere erfahrbar zu machen.

Sinnes-Rätsel
Kleine ‚Sinnes-Rätsel’ bildeten den Einstieg in den Workshop, und zwar: ein Hörrätsel, bei dem Stadtgeräusche erraten werden sollten

  • ein Fühlrätsel, bei dem die Gegenstände in Fühlboxen erraten werden sollten
  • ein Riechrätsel, bei dem zwei Gerüche herausgefunden werden sollten und
  • ein Sehrätsel, bei dem eine Figur in einer städtischen Umgebung gefunden werden sollte.

Je nach Vorliebe und Fähigkeiten haben die Kinder mögliche Lösungen in Bildern und/oder Geschriebenem festgehalten und in einer lockeren Runde direkt im Anschluss diskutiert.
Alle Sinnesrätsel waren spielerisch angelegt, richteten aber so den Blick auf unsere unterschiedlichen Sinne und dienten als Einstimmung in das Thema.

Sinnes-Rundgang
Anschließend wurden Kleingruppen mit verschiedenen Sinnesexperte/innen gebildet. Jedes Team hatte mindestens eine/n Riechexperte/in, eine/n Hörexperte/in, eine/n Sehexperte/in und einen Fühlexperte/in.

... mit Symbolen
Jedes Kind erhielt 30 Symbole (Nase für Riechen, Ohr für Hören, Auge für Sehen und Hand für Fühlen), die es auf Orte, Plätze ... kleben sollte, die ihm interessant, gut, besonders, schlecht, merkwürdig erschienen. Positive und negative Eindrücken wurden zusätzlich durch ein Minus oder Plus gekennzeichnet, beispielsweise wurde eine Minus-Nase auf einen Mülleimer geklebt und ein Plus-Auge auf einen Notfallknopf.

... mit Übersichtsplan
Die Kinder bekamen zusätzlich noch einen Übersichtsplan DIN A3 des Josef-Haubrich-Hofs und angrenzender Umgebung. Hier wurde zu Beginn das Lesen und das Orientieren in Kartenwerken geübt. Die Kinder kennzeichneten ihre Orte der Sinne in dem Lageplan. Da die Wegeführung auch unterirdisch – durch einen U-Bahnschacht- verlief - wurde hier die Zweidimensionalität des Planes deutlich, aber dennoch Wege des Einzeichnens gefunden.

... mit Austausch
Die Erkundung verlief im munteren Austausch der Kinder untereinander, die sich gegenseitig auf die jeweils anderen Sinne aufmerksam machten. Die Rolltreppe z.B. war ein positives Beispiel des Fühl-Experten und des Seh-Experten, während eine weggeworfene Zigarettenkippe ein negatives Beispiel des Seh-Experten und der Geruchs-Expertin war.

Bauphase der Wahrnehmungsgeräte
Nach dem Erkundungsgang erfolgte die Auswahl der besonders auffälligen herausgefundenen Sinnes-Stellen. Ziel der Bauphase war eine Art Wahrnehmungsgerät, bzw. ein Verstärker zu konstruieren, der auf den hier wahrgenommen Sinnes-Gegenstand aufmerksam machen sollte. Die Experten/innen entwickelten z.B. eine Blätterraschelbox, ein Blatt-Duftverstärker, eine Gitter-Fühl-Kiste, einen Notfallknopfverstärker, eine Tropfbox……

Expertenbeispiel
Dan, sechs Jahre, Sehexperte, hat den Blick durch die Allee mit ihrem dichten Blätterdach und den im gleichmäßigen Abstand gepflanzten Bäumen am Rande des Josef-Haubrich-Platzes als sehr positives Gefühl empfunden.
Diesen Moment hat er in einer Baumallee-Lichtbox eingefangen, indem er aus Schuhbox, Toilettenpapierrollen und Blättern eine Allee in der Schuhbox konstruierte und diese mit einem grünen Foliendach deckelte. Gucklöcher machten es den Erwachsenen möglich dieses „Seherlebnis für die Sinne“ nachzuempfinden.

Konzeption und Durchführung:
Frederik Dauber, Anita Schepp, Susanne Sigl, Alexandra Sinz, Dr. Angela Uttke

Teilnehmer/innen:
16 Kinder und Jugendliche im Alter von 6 bis 13 Jahren

Veranstalter/ Partner/ Sponsoren:
JAS e.V. in Kooperation mit der Bundesstiftung Baukultur

Fotografin:
anja schlamann I architektur + fotografie, köln