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GRUPPE FREIRAUM (16 Kinder, 6-13 Jahre)
Workshop vom 21.6.-24.6 in Gelsenkirchen im stadtbauraum

 Freiraumgruppe  Freiraumgruppe  Freiraumgruppe
Konzeption und Betreuung:
Carlo Dietrichs, Dipl.-Ing. Raumplanung
Rolf Martin, Landschaftsplaner
Carla Multhaup, Dipl.-Ing. Landschaftsplanung
Hanka Schmidt, Verhaltenswissenschaftlerin
Angela Uttke, Stadtplanerin

Ziele und Methodik:
Ausgangspunkt der Freiraumgruppe war es, die Kinder und Jugendlichen für das Thema “Freiraum” zu sensibilisieren. Dabei stand die Auseinandersetzung mit dem Freiraum, der täglich durch die Kinder genutzt wird, im Vordergrund. Ziel war es, die Teilnehmer und Teilnehmerinnen anzuregen, Wege und Freiräume einmal aus einer anderen Perspektive zu betrachten und sie neu wahrzunehmen. Anhand von Collagen, Karten, 1:1 Modellen und Installationen wurde der Freiraum vor allem in seiner Bedeutung als verbindender Raum in der Stadt thematisiert. Ausgangspunkt waren die Freiräume in der Umgebung des stadtbauraums und die Bahnbrache. Es galt, Bewegungen wahrzunehmen und Spuren der Nutzung des Ortes „aufzuspüren“. Schließlich hatten die Kinder und Jugendlichen Gelegenheit, selbst „Spuren“ zu hinterlassen und mithilfe verschiedener Materialien Ideen für neue, individuelle Wegeverbindungen zu entwickeln und in 1:1 Modellen umzusetzen.

Tag 1: Einstieg und Erkundung
Zu Beginn des Workshops stellten alle Kinder in einer Collage ihr persönliches Wohnumfeld zusammen. Wie in den anderen Gruppen ging es auch hier darum, die Kinder bei ihren Alltagserfahrungen „abzuholen“. Ergebnis dieser „Fingerübung” war eine Karte des persönlichen Wohnumfeldes mit den wichtigsten Freiräumen, die jedes Kind benutzt.
Im Anschluss daran ging es auf „Spurensuche" im Umfeld des stadtbauraums, um festzustellen, wer sich an welchen Orten aufhält und ob Spuren hinterlassen wurden. Leitende Fragen waren beispielsweise, welche Spur zu welchem Nutzer führt und wie viel Platz man für unterschiedliche Aktivitäten im Freiraum braucht.

Tag 2: Karten und 1:1 Modelle
Am zweiten Tag waren die Kinder und Jugendlichen aufgefordert, Karten zu zeichnen und darin „Merkwürdigkeiten“ zu notieren, die ihnen von der „Spurensuche” in Erinnerung geblieben waren. Gleichzeitig wurden die gesammelten Fundstücke verortet und besondere Plätze markiert. Auf Grundlage dieser Eindrücke wurden in Kleingruppen Ideen für Wege entwickelt, die in einem 1:1 Modell gebaut werden sollten. So entstand z.B. ein nasser, ein wackeliger, ein gemütlicher, ein geschützter, ein steiniger und ein spannender Weg. Am Ende des Tages präsentierten sich die Kinder ihre Wege gegenseitig und probierten sie gemeinsam aus.

Tag 3 & 4: Installationen und Dokumentation
Am nächsten Tag waren die Kinder aufgefordert, in drei Gruppen auf der angrenzenden Brachfläche eine Installationen zum Thema „Verbindungen“ zu schaffen.
Gruppe 1 baute eine Wegkreuzung (Durchmesser von ca. 10m) mit unterschiedlichen Materialien. Die Materialien wurden von den Kindern gewählt und repräsentieren die Fläche und ihre „Geschichte“: So standen z.B. tote Baumwurzeln für das ehemalige Leben auf der Fläche, Pflanzen symbolisierten das Leben auf der Fläche heute.
Gruppe 2 thematisierte Verbindungen im Sinne von Abgrenzungen. Es wurde Absperrband genutzt, um als Aufhänger, Wegweiser und Hindernis auf der Fläche zu dienen. Das Band wurde bestückt mit metallischen Fundstücken und wild wachsenden Pflanzen, die auf der Bahnbrache gesammelt wurden, um die Struktur und die prägenden Elemente der Fläche hervorzuheben
Gruppe 3 beschäftigte sich mit der Frage, wie eine Verbindung über eine große Distanz hergestellt werden könnte. Ergebnis war eine "Rollbahn". Eine Strecke von 30 m wurde dazu auf der Brache gleichmäßig und sauber geharkt und mit roten 'Positionslichtern' versehen. Streckenanfang und -ende wurden durch eine Grube bzw. einen Hügel markiert.
Am vierten und letzten Tag wurden die Ergebnisse der ersten Tage noch einmal gesammelt, Skizzen angefertigt und für die abschließende Präsentation aufbereitet.


Ergebnisse des Workshops:
Als Ergebnis des Workshops wurden nicht nur die entstandenen Werke, sondern auch die Arbeitsmethoden den Besuchern vorgestellt. Die Installationen des dritten Tages wurde als Modelle in der Halle nachgebaut und anhand von Skizzen erläutert. Ein Videofilm zeigte die Aktion der Gruppe 1.