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GRUPPE STADTPLANUNG (16 Kinder und Jugendliche, 7-14 Jahre)
Workshop vom 21.6.-24.6 in Gelsenkirchen im stadtbauraum

 Gruppe Staedtebau  Gruppe Staedtebau  Gruppe Staedtebau

Konzeption und Betreuung:
Lars Bursian, Dipl.-Ing. Raumplanung
Silke Edelhoff, Dipl.-Ing. Städtebau/Stadtplanung
Barbara Kinz, Dipl.-Ing. Raumplanung
Thorsten Schauz, Dipl.-Ing. Architektur
Sebastian Schlecht, Dipl.-Ing. Architektur

Ziele und Methodik:
Ziel der Gruppe war es, den Blick der Kinder und Jugendlichen für ihre städtische Umgebung zu schärfen und ihnen Einblicke in städtebauliche Zusammenhänge zu ermöglichen. Darüber hinaus sollten sie Gelegenheit haben, ihre eigenen Ideen und Wünsche an eine Stadt zu diskutieren und umzusetzen. Mittels Mental Maps, Wahrnehmungsspaziergängen, Kartenanalysen, räumlichen Experimenten sowie Modellen konnten die Kinder und Jugendlichen die vielfältigen Facetten der städtischen Umgebung erkunden, unterschiedliche Raumerfahrungen erproben und eigene Ideen umsetzen. Gegenstand der Auseinandersetzung war die Umgebung des stadtbauraums und die unmittelbar angrenzende ehemalige Güterbahnhofsfläche, die künftig neu genutzt werden soll.

Tag 1: Einstieg und Erkundung
Zum Einstieg zeichneten die Kinder und Jugendlichen in Mental Maps die Stadtviertel, in denen sie wohnten. Da alle in unterschiedlichen Stadtvierteln wohnten, kam ein breites Spektrum an städtischen Räumen zusammen, anhand derer diskutiert wurde, was in einer Stadt alles wichtig ist. Im zweiten Schritt ging es an die Erkundung der Güterbahnhofsfläche anhand von Luftbildern und in Wahrnehmungsspaziergängen. Dabei galt es, Zugänge zu der Fläche ausfindig zu machen und die Besonderheiten des Ortes zu entdecken: Blicke, Wege, Vegetation, Plätze, Gebäude und mehr. Die Entdeckungen wurden auf dem Luftbild kartiert.

Tag 2: Experimente auf der Fläche
Der zweite Tag war der Tag der 1:1 Experimente auf der Fläche. Mithilfe von Strandmuscheln (halboffenen Zelten) hatten die Kinder und Jugendlichen Gelegenheit, unterschiedliche Raumkonstellationen zu erproben. Zum Einstieg sollten alle den Lieblingsort für ihr Zelt suchen und erzählen, warum sie einen bestimmten Ort ausgesucht hatten – z.B. weil er besonders geschützt lag, oder weil dort auch schon Freunde ihr Zelt aufgeschlagen hatten. Anschließend wurden mit anderen räumlichen Formationen experimentiert und überlegt, welche Nutzungen an welcher Stelle sinnvoll wären. Mithilfe von Absperrband als Symbol für Straßen und Wege wurden unterschiedliche Verbindungen ausprobiert.

Tag 3 & 4: Modellbau
Der dritte und vierte Tag diente dem Modellbau. Auf einem Plan der Fläche im Maßstab 1:200 entwickelten die Gruppenmitglieder Ideen für ein neues Stadtviertel auf der Fläche, mit Zauberpark, Kunstschule, Aquarium und Mädchen WG. Ausgangspunkt waren gemeinsame Überlegungen, wo Verbindungen zwischen dem Umfeld und dem neuen Stadtviertel sein könnten und wo welche Nutzungen und Atmosphären denkbar wären. Mithilfe bunter Zettel wurden Nutzungsideen und atmosphärische Stichworte wie „farbenfroh“ oder „geheimnisvoll verortet. In Zweier- und Dreiergruppen bauten dann alle ein Stück Stadt – und konnten dabei vor allem lernen, dass es dabei nicht nur um die Häuser, sondern auch um das „Dazwischen“ geht und um die Abstimmung mit den Nachbarn, um gemeinsame Ideen zu realisieren.


Ergebnisse des Workshops:
Am Ende des Workshops stand ein greifbares Ergebnis: Das Modell eines neuen Stadtbausteins aus Sicht der Kinder, mit einem breiten Grünzug und vielfältigen Quartieren. Neben diesem sichtbaren Ergebnis gab es aber auch die unsichtbaren Ergebnisse: die Erfahrung unterschiedlicher Raumzusammenhänge und Atmosphären und die Erfahrung, in unterschiedlichen Maßstäben zusammen an einer Stadt gebaut zu haben.