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GRUPPE ARCHITEKTUR (17 Kinder, 6-10 Jahre)
Workshop vom 21.6.-24.6 in Gelsenkirchen im stadtbauraum

 Architekturgruppe  Architekturgruppe  Architekturgruppe

Konzeption und Betreuung:
Päivi Kataikko, Architektin
Gerda-Marie Reinartz, Architektin
Ulrike Rhode, Architektin
Anita Schepp, Architektin
Christina Strunk, Architektin

Ziele und Methodik des Workshops:
In der Architekturgruppe sollten die Kinder lernen, Architektur im Kontext ihrer Umgebung bewusst und kritisch zu betrachten, ihre Veränderbarkeit, aber auch ihre Verletzbarkeit zu erkennen. Der Ausgangspunkt war die alltägliche Lebensumwelt der Kinder, nämlich ihr Zuhause (das eigene Wohnhaus, das eigene Zimmer), um die Kinder bei ihren eigenen Architekturerfahrungen „abzuholen“ und deutlich zu machen, dass Architektur sie überall umgibt und entscheidend für das Wohlbefinden aller ist, die sie nutzen.
Darüber hinaus wurde der Ort des Workshops als Lern- und Erfahrungsort genutzt. Die Umgebung des stadtbauraums mit ihren Straßen, Häusern und Freiflächen wurde erkundet und anhand gemeinsam diskutierter Kriterien kritisch begutachtet. Um von guten Beispielen lernen zu können, besuchte die Gruppe zudem das Gelsenkirchener Musiktheater und eine Ausstellung über dessen Architekten Werner Ruhnau.
Die Beobachtungen aus dem Untersuchungsgebiet wurden zusammengetragen und dokumentiert. Sie dienten als Grundlage für die Entwürfe eigener Häuser für reale Standorte in den zuvor erkundeten Straßen. So hatten die Kinder die Möglichkeit, ihr Wissen über den Ort und über architektonische Zusammenhänge im eigenen Gestalten umzusetzen, zu prüfen und weiterzuentwickeln.

Tag 1: Einstieg und Museumsbesuch
Zum Einstieg in die Thematik sollten die Kinder in der Übung „Mein Haus“ zunächst das eigene Zuhause aus dem Gedächtnis zeichnen, es kritisch betrachten und die positiven und negativen Eigenschaften notieren. Die Hausaufgabe der Kinder bestand darin, gemeinsam mit ihren Eltern einen Fragebogen mit weitergehenden Fragen zum eigenen Zuhause auszufüllen. ,
Im zweiten Schritt zeichneten die Kinder ihr eigenes Zimmer (als Grundriss) und möblierten es dann nach ihren Wünschen mithilfe einer Collage. Dafür standen ihnen diverse Kataloge und Zeitschriften zur Verfügung, aus denen sie ihre favorisierten Einrichtungsgegenstände ausschneiden konnten.
Am Nachmittag stand der Besuch der Ausstellung über den Architekten Werner Ruhnau auf dem Programm, wo die Gruppe in einer geführten Tour Einblicke in das Werk des Architekten erhielten.

Tag 2: Erkundung
Der zweite Tag diente der Erkundung von Architektur und Stadtkontext. In drei Kleingruppen wurden die umgebenden Straßen untersucht. Jedes Kind hatte für eine jeweils ausgesuchte Straße einen „Expertenauftrag“ und sammelte die Merkmale und Aspekte, die gemeinsam besprochen wurden, in „einem Protokoll“. Betrachtet wurden u.a. die folgenden Aspekte: Proportionen und Gestaltungen des öffentlichen Raumes, Architektur, Baulücken und Nutzungen. Auf dem Weg durch die jeweiligen Straßen wurden Fundstücke, Spuren der Vergangenheit, gesammelt. Aus den gesammelten Eindrücken sowie Fundstücken aus der Umgebung stellten die Kinder dann in Collagen „ihre“ Straße auf stabilen Grundplatten dar.

Tag 3 & 4: Entwürfe
Während des Stadtspaziergangs wurden in jeder Straße unbebaute Grundstücke bzw. Häuser in funktional oder gestalterisch schlechtem Zustand ausgewählt. Für diese Flächen entwarfen die Kinder neue Häuser. Sie mussten dafür jeweils zwei konkrete Entwurfsbedingungen (z.B. das Haus soll keine kleine Fenster haben, das Haus muss einen Vorgarten haben) beachten. Anhand dieser Bedingungen und den im Vorfeld bereits gesammelten Informationen zum Standort entwickelten ihre Entwürfe, die sie dann in Modellen umsetzten.
Am letzten Tag wurden die Modelle zu Ende gebaut und die Präsentation vorbereitet.

Ergebnisse des Workshops:
Zum Abschluss des Workshops wurden die Grundplatten mit den straßenbezogenen Collagen sowie die neu entworfenen Häuser – als Überraschung für die Kinder wie auch das Publikum - so zusammengestellt, dass sie ein „Riesen-Monopoly“ des Bearbeitungsgebiets bildeten und der Gesamtzusammenhang der Umgebung noch einmal deutlich.