August 2012

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In drei einwöchigen Workshops während der Berliner Sommerferien erkundeten Schülerinnen und Schüler der 'Sommerschule Stadtvilla Global' ihre Umgebung in Neukölln. Bei Exkursionen in die Hufeisensiedlung und die Gropiusstadt suchten sie nach den Spuren der Stadtentwicklung. Die Kinder entdeckten die Wirkung von Licht, Luft und Farbe in der Stadt und gingen der Frage nach, was für uns heute Wohnen und Nachbarschaften ausmachen. Sie untersuchten auch, an welchen Orten sich die Einwohner erholen und welche Wege durch die Stadt führen.

In der Hufeisensiedlung ist den Schülern besonders die Farbgestaltung der Häuser positiv aufgefallen. In Weiß, Rot, Gelb und Blau strahlen die Fassaden uns entgegen. Aber welches Rot genau? Und welches Gelb? Mit viel Fantasie haben die Schüler ihre Wahrnehmung der Farbtöne diskutiert und eigene Farbbeschreibungen gefunden. Auch die Garten- und Parklandschaften sowie die Pfühle finden großen Beifall. Durch unsere Erkundung der Nutzgärten, des Anbaus von Obst und Gemüse und der erweiterten Wohnflächen nach außen haben wir uns weitergehende Fragen zu den Wohn- und Lebensverhältnissen in Berlin vor und zur Zeiten der Weimarer Republik gestellt. Was wollten Bruno Taut, Martin Wagner und Leberecht Migge mit ihrem Entwurf für die Hufeisensiedlung erreichen?

Auch die Gropiusstadt ist von großen Grünflächen geprägt. Was können Kinder und Jugendliche hier unternehmen? Was macht einen guten Spielplatz aus? Und wie hoch müssen die Häuser sein, damit den Bewohnern genug Grünfläche zur Verfügung steht? Inspiriert von der Hufeisensiedlung schlagen die Kinder mehr Farbe vor. Selbst gebaute Hochhäuser wachsen in dem Grünzug auf, angetrieben von den Luftströmen der U-Bahn. Zur großen Freude der Schüler, aber auch durch fröhlichen Beifall von Passanten, ist die Gropiusstadt für eine kurze Zeit bunter! Gestalten kann einfach sein und macht Spaß! Die Werke der Kinder weckt Neugier und Aufmerksamkeit und eröffnet Gespräche mit den Anwohnern.

Die Bedeutung der Stadtnatur ist nicht zu unterschätzen. Kinder und Jugendliche finden hier unprogrammierte Freifläche um sich jenseits von Konsum entfalten können. Aber was wird in der Zukunft passieren? Wird Berlin an Grünflächen verlieren oder gewinnen? Und welche Szenarien sind denkbar, falls das Klima sich verändert? Wie nutzen wir heute die Stadtnatur und was möchten wir gerne unternehmen? Die Kinder entwickeln in dreidimensionalen Collagen eigene Szenarien für den Stadtgarten der Zukunft!

Wie werden die Städte in der Zukunft aussehen? Wie werden wir wohnen? Um der Natur und Ökosystemen mehr Raum zu geben, könnte in die Höhe gebaut werden. Das Ideal-Hochhaus in der Gropiusstadt ist mit seinen 30 Stockwerken das höchste Wohnhaus in Berlin. Entworfen wurde es von Walter Gropius und seinem Büro TAC in den 60er Jahren und verfügt über mehr als 200 Wohnungen. Im Erdgeschoß befinden sich diverse Service-Einrichtungen. Wenn wir neue Wohnhochhäuser bauen, könnten sie viel mehr beinhalten! Die Kinder entwerfen Ansichten von Wohnhäusern mit Cafés, Supermärkten, Gärten, Bibliotheken, Getränkemärkten und vielem mehr. Gemeinsam stellen sie das Hochhaus der Zukunft vor!

Ort:

Stadtvilla Global, Hufeisensiedlung, Gropiusstadt

Zeitraum:

25. Juni – 13. Juli 2012

Team:

Christina Jiménez Mattsson

Auftraggeber:

Stadtvilla Global | Informationen unter: www.stadtvilla-global.de