Essen, 10. November 2012

Wie kommt man von einem Hut zu einem Raum? Kinder zwischen 6 und 13 Jahren sind in dem Workshop „Aaltos Wellen“ auf Alvar Aaltos Spuren gewandelt. Frei nach dem Motto „Von der Türklinke bis zum Haus“ wurden integrierte Designkonzepte entwickelt und umgesetzt.

 Aaltos Wellen  Aaltos Wellen  Aaltos Wellen

Zu Beginn des Workshops in JAS vor Ort wurde auf die Eindrücke aus einer mit den Kindern durch die Deutsch Finnische Gesellschaft organisierten Architekturführung im Aalto-Theater in Essen eingegangen. Wer war Alvar Aalto? Wie und wo hat er gewirkt und welche Formen hat er sich zu Eigen gemacht?

Im Anschluss daran waren die kreativen Einfälle der Kinder gefragt. Eine Person sollte erfunden, ihre Charaktereigenschaften und ihr Lebensgefühl beschrieben werden. Heraus kamen unter anderem die exzentrische, modebewusste und gleichzeitig detailverliebte Künstlerin, die farbenfrohe und naturliebende Pferdenärrin, der unerschrockene Drachenbezwinger oder der groteske Philosoph, der am liebsten Fragen stellt, aber die Antworten nicht abwarten kann.

Nun waren die Kinder als Nachwuchsmodedesigner unterwegs. Entsprechend der Persönlichkeit ihres fantastischen Individuums wurden Hüte mit Knetmasse gestaltet. Werkzeuge, Instrumente oder charakterliche Eigenheiten der Personen konnten in den Hutformen wieder gefunden werden. Der Fragezeichenhut, der Hut-mit-Hand-und-Schirm (Handballhut), der Pinselstrichhut und der Notfall-Werkzeugkasten-Hut sind nur einige Beispiele für das originelle Design. Den Bekleidungsstücken folgend wurde dann für jeden Charakter ein Stuhl gefertigt. Die jungen Möbeldesigner entwickelten beispielsweise Spezial-Schleudersitze für den Philosophen, der ungeliebten Antworten entkommen möchte, einen Blumen-Wippsitz für die Naturnärrin, eine Nest-Hängeschaukel für die kreativen Stunden der Künstlerin oder einen Löwensessel geschmückt mit Drachenzähne für den Drachenbezwinger.

Schließlich gingen die Kinder auf Aaltos Spuren und entwickelten, basierend auf den schon erarbeiteten Designstücken, einen Wohnraum für ihre fiktiven Personen. Dieser sollte gleichzeitig den neuen Stühlen ein entsprechendes zu Hause bieten. Mit Hilfe von Draht, Stoffen, Karton und anderen Materialien entstanden so zehn neue Sets an Einrichtungen, welche eigenwillige Möbelstücke, unterschiedlichste Fußbodenarten und besondere Wandkonstruktionen beinhalteten. Der Drachenbezwinger erhielt so ein überall mit Fellen bedecktes Jagd-Übungszimmer mit Sportgeräten, die Tänzerin ein Schlafzimmer mit Performancefläche und Tanzutensilienboxen, die Sportlerin einen Raum, in den sie über eine Kletterwand hinabsteigen kann und der Tischler eine entsprechende Werkstatt mit einklappbaren Möbeln, sodass er an jedem Ort seine Arbeit ausführen kann.

Zum Abschluss der Veranstaltung wurden die Ergebnisse und der Entwurfsprozess den Eltern und Freunden in JAS vor Ort vorgestellt.

Wo:
JAS vor Ort, Essen Rüttenscheid

Wer:
Kinder zwischen 6-13 Jahren

Wann:
10. November 2012, 11:00-17:00

Konzeption:
Päivi Kataikko und Alexandra Sinz

Durchführung:
Päivi Kataikko und Alexandra Sinz

Veranstalter:
JAS e.V.

Kooperation/Sponsor:
DFG - Deutsch-Finnische Gesellschaft